Ein Heilsystem unserer Vorfahren
Die TEM ist kein modernes Konstrukt, sondern ein jahrtausendealtes Medizinsystem. Sie spricht die Sprache unserer kulturellen Wurzeln und ist daher besonders nah an unserer Konstitution. Aus ihr gingen zahlreiche Heilverfahren hervor, unter anderem:
- Ausleitende Verfahren (Schröpfen, Baunscheidtieren, Blutegel u. a.)
- Reflexzonentherapien
- Homöopathie
- Neuraltherapie
- Irisdiagnostik
All diese Methoden folgen denselben ordnenden Naturprinzipien.
Das grundlegende Prinzip
Im Kern steht ein zutiefst menschlicher Gedanke.
Das grundlegende Prinzip der Medizin ist die Liebe.
— Paracelsus
Damit gemeint ist nicht nur Mitgefühl im therapeutischen Kontakt,
sondern auch die Achtung vor:
- der Weisheit der Natur
- den Ahnen
- und den alten Meistern der Heilkunde
Heilung geschieht dort, wo Verbindung entsteht.
Die Lehre der Elemente
Um natürliche Prozesse zu verstehen, wurden sie seit jeher auf grundlegende Kräfte zurückgeführt. So entstand – bereits vor Hippokrates – die Lehre der fünf Elemente:
- Feuer
- Wasser
- Erde
- Luft
- Äther (verbindendes Prinzip)
Jedes Element trägt bestimmte Qualitäten:
| Element |
Qualität |
| Feuer |
warm – trocken |
| Wasser |
kalt – feucht |
| Erde |
kalt – trocken |
| Luft |
warm – feucht |
| Äther |
verbindend |
Diese energetisch-strukturellen Kräfte wirken in allen natürlichen Vorgängen – und damit auch im Menschen.
Die kardinalen Säfte (Humores)
Im menschlichen Organismus spiegeln sich die Elemente in den sogenannten Säften wider.
| Element |
Prinzip |
Temperament |
| Feuer |
warm-trocken |
cholerisch |
| Wasser |
kalt-feucht |
phlegmatisch |
| Erde |
kalt-trocken |
melancholisch |
| Luft |
warm-feucht |
sanguinisch |
Aus ihnen entstehen die sekundären Körpersäfte:
- Gelbe Galle
- Schleim
- Schwarze Galle
- Blut
Sie prägen:
- Stoffwechselprozesse
- Organfunktionen
- psychische Disposition
- Reaktionsmuster
Regulation & Konstitution
Die Temperamente geben Aufschluss über:
- energetische Disposition
- strukturelle Stabilität
- Sensibilität gegenüber Reizen
- Irritabilität (Reaktionskraft)
Diese Faktoren bestimmen wesentlich, wie Gesundheit entsteht – oder aus dem Gleichgewicht gerät. Die individuelle Konstitution kann weiter verfeinert werden, häufig unterstützt durch Irisdiagnostik.
Organbezug der Säfte
Jeder Saft weist zugleich auf bestimmte Funktionssysteme hin:
| Saft |
Organbezug |
| Gelbe Galle |
Verdauungssystem |
| Schleim |
Schleimhäute & Lymphe |
| Schwarze Galle |
Bindegewebe |
| Blut |
Herz-Kreislauf |
TEM als integratives System
Eine besondere Stärke der TEM liegt in ihrer Offenheit. Sie ist kein starres Verfahren, sondern ein Ordnungsmodell, in das sich viele Methoden integrieren lassen. Dazu gehören u. a.:
- Ausleitungsverfahren
- Reflexzonentherapien
- Akupunktur
- Spagyrik
- Homöopathie
- energetische Verfahren
Entscheidend ist nicht die Methode allein, sondern ob sie dem konstitutionellen Muster entspricht.
Die Humores – Hüter der Elemente
1. Blut (Sanguis)
Sitz: Herz
Rolle: Träger der Lebenskraft
Element: Luft
Qualität: bewegend, verbindend
2. Gelbe Galle (Chole)
Sitz: Leber / Galle
Element: Feuer
Prinzip: aktivierend, antreibend
3. Schwarze Galle (Melanchole)
Sitz: Milz
Element: Erde
Prinzip: strukturgebend, begrenzend
4. Schleim (Phlegma)
Sitz: Gehirn
Element: Wasser
Prinzip: nährend, formend
Ganzheitliche Einordnung
Der „Sitz“ eines Saftes beschreibt sein Ursprungsorgan – nicht seine alleinige Wirkung. Die TEM lädt dazu ein, den Menschen eingebettet in die natürlichen Rhythmen zu verstehen:
- körperlich
- seelisch
- energetisch
- geistig
Aus diesem Verständnis entsteht eine Therapie, die nicht gegen den Menschen arbeitet, sondern mit seiner Natur.